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Unseriöse Schuldnerberatungen
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Unseriöse Schuldnerberater: Geld weg
Dubiose Schuldensanierer machen immer häufiger ein Geschäft mit verschuldeten Haushalten. Das haben Recherchen von Markt ergeben. Allgemeine Schuldenberatungen werben im Internet und in Zeitungsanzeigen damit, Menschen aus der Schuldenfalle zu helfen. Es handelt sich dabei nicht um eine gemeinnützige und anerkannte Schuldnerberatungsstelle, sondern um einen Dienstleister, der mit verschuldeten Menschen Geld machen will. Außendienstmitarbeiter dieser Schuldenberatungen besuchen Schuldner und sollen sie überreden, einen Vertrag zur Schuldenregulierung abzuschließen. In diesem Vertrag verpflichtet sich der Schuldner zu einer monatlichen Zahlung an die Schuldnerberatung, mit der die Forderungen aller Gläubiger abgegolten würden. Dafür würde ein eigens beauftragter Anwalt sorgen.
Unseriöse Schuldenberater: Geld weg
Im Norden hat es im ersten Halbjahr 2010 bundesweit die meisten Privatinsolvenzen gegeben. Die finanzielle Notlage nutzen unseriöse Geschäftemacher aus.
Schuldner müssen mehrfach zahlen
Das Konzept geht nicht immer auf, denn viele Gläubiger lassen sich nicht auf die Angebote der Anwälte ein. Der Schuldner wird dann mehrfach zur Kasse gebeten: Er muss weiter an die Gläubiger zahlen und zusätzlich an die Schuldnerberatung und einen Rechtsanwalt. Christian Maltry, der Leiter des Arbeitskreises "Geschäfte mit der Armut", kennt diese Methode: "Beratungsstellen, die mit Anwälten zusammenarbeiten, sollte man mit Vorsicht genießen. Denn möglicherweise soll hier einfach zweimal kassiert werden: In diesem Fall von der Schuldenbratung und vom Anwalt", warnt der Schuldnerberater aus Karlstadt. Es ist so, dass die Schuldnerberatung Kunden werbe und diese dann Anwälte vermittle. Die Finanzierung der Schuldnerberatung erfolge im wesentlichen durch Honorare für Vertragsabschlüsse mit Schuldnern sowie die Verwaltung der Kundendaten. Selbst wenn sich die Gläubiger auf das Konzept der Schuldenberatung einlassen: Von der monatlich gezahlten Rate geht eben nur ein Teil an die Gläubiger. Den Rest kassieren Anwälte und Schuldenberatung. So kann es für Schuldner schwierig werden, den Schuldenberg abzubauen. Der Kundenkreis für teure Schuldensanierer ist in Norddeutschland groß. Im Norden hat es im ersten Halbjahr bundesweit die meisten Privatinsolvenzen gegeben: Allein in Bremen kamen 167 Privatinsolvenzen auf 100.000 Einwohner, in Niedersachsen 115 und in Schleswig-Holstein waren es nach Angaben der Bürgel Wirtschaftsinformationen GmbH 114 Einwohner.
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